Facebook, You Tube und Twitter sind nicht erst seit gestern in aller Munde; die „sozialen Medien“ erobern die Welt schon seit mehreren Jahren im Flug. „Befördert durch den eigenen Hang zum Exhibitionismus“ (Peter Scholl-Latour, „Die Welt aus den Fugen“, Berlin 2014, S. 13) zeigen wir der ganzen Welt unverblümt was wir zum Mittagessen hatten, den schönen Sonnenuntergang aus dem Urlaub oder geben paar Tipps zum richtigen Schminken. Es gibt mittlerweile echte You-Tube-Stars, die mit ihren eigenen Kanälen richtig viel Geld verdienen. Nichts scheint mehr unmöglich zu sein. Ja ganze Regimes scheinen nicht mehr sicher zu sein vor der revolutionären Kraft der sich vereinigenden Massen (Stichwort: arabischer Frühling).

Noch weiß Facebook nicht so richtig, wie es mit seinen vielen Nutzern auch so richtig viel Geld verdienen soll. Dass es aber früher oder später sicherlich passieren wird, steht außer Frage. Der Dienst an sich wird wohl kostenlos bleiben, die ersten Versuche laufen wohl auf einfaches Werbung-schalten hinaus, mit dem Vorteil, dass Facebook sehr viel über seine Nutzer weiß (Geschlecht, Alter, Hobbys/Interessen), sodass gezielte Werbung über Facebook auch für Unternehmen recht attraktiv sein könnte, da sie ihre Zielgruppe eindeutig vordefinieren können.

Schon seit längerem gibt es kaum mehr ein Unternehmen, dass es sich leisten könnte, nicht selbst bei Facebook aktiv zu sein und seine „Follower“ über die aktuellsten Angebote und sonstige Marketingaktivitäten zu informieren. Für uns Nutzer ist es auch sehr angenehm, wir folgen wem wir wollen; wenn uns jemand verärgert, „entliken“ wir ihm unsere virtuelle Liebe und ziehen weiter. Natürlich nicht, bevor wir unseren „Shitstorm“ auf der Seite des Unternehmens gelassen zu haben. Es gibt verschieden Nutzer von Facebook, manche lesen mehr oder weniger heimlich mit, ohne sich mitzuteilen. Andere können gar nicht anders, als zu jedem Thema ihren Senf dazu geben zu müssen. Manche interessieren sich nur für Sport und ihren Lieblingsklub, andere „liken“ fast jede Seite, die ihnen über den Bildschirm flimmert. Es ist wohl wie im echten Leben.

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